Schul- und Ordenstheater der Horner Piaristen
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Wunder=Spil | Der Göttlichen Vorsichtigkeit | mit | HENRICO | Jn unvermuthlicher Erhöhung zum Tochtermann und | Reichs=Nachfolger deß Römischen Kaysers | CONRADI SECUNDI | Vormahlen höchst=weißlich angeordnet; | Anheut aber | Zu höchstruhmwürdigen Ehren | Deß Hoch= und Wohlgebohrnen Herrn / Herrn | CAROLI LEOPOLDI | Deß H. R. R. Graffen von Hoyos / Freyherrn zu Stixen= | stein und Hohenburg / Graffen und Herrn der Stadt / und Herr= | schafften Horn / Bersenbeüg / Rorregg / Emmerstorff / Wimberg / Jspern / Ro= | senburg am Grossen Kamp / Mold / und Rahn / ec. der Röm. Kays. May. | Cammereren / und würcklichen Hoff=Cammer=Rath / ec. | Wie auch | MARIÆ REGINÆ | Seiner Hoch= und Wolgebohrnen Frawen / Frawen Ge= | mahlin / Gebohrner Gräffin von Sprinzenstein (Titul) Beeden als | Gnädigen | Stifft=Erhaltern | Deß Hornerischen Collegij Scholarum Piarum bey jährlich=gewöhn= | licher Außtheilung der Præmien im offentlichen | Schau Spil | Von der allda Studirenden Schul=Jugend in Schuld=pflichtiger Unterthänigkeit abermahlen eingeführet | Jm Jahr Christi 1692. den <ms. 7.> Tag Herbst=Monaths.

Materialtyp: materialTypeLabelBuchDruck: Wildberg Matthias Franz Müller 1692Beschreibung: 10 Bl. / 18 S. 4°.Online-Ressourcen: Digitalisat: Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Struktur:
Vorspil im Gesang. – Die Vorrede. – Erste Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Anderte Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Dritte Abhandlung. – Erster [– Neunter] Eintritt. – Sing=Reye. – Vierte Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Fünffte Abhandlung. – Erster [– Letzter (d.i. 10.)] Eintritt. – Nach=Spil.
Belege:
A. Holzer 1854, S. 8 (Nr. 14) – F. Endl 1896, S. 304 – O. Biba 1973 [nicht verzeichnet] – I. Scheitler 2013, S. 959 (Nr. 1282)
Personenverzeichnis:
Vorstellende Personen. […] [1] – Ex Arithmetica. [2] – Ex Rhetorica. [9] – Ex Poesi. [7] – Ex Syntaxi. [7] – Ex Grammatica. [11] – Ex Principiis. [15] – Ex Rudimentis. [15] – Aus der Rechen=Schul. [5] – Auß der Schreib=Schul. [13] – Aus der Leß=Schul. [17]
Aufführungsdatum:
1692 IX 7
Typ:
Deutsche Perioche
Inhalt: Geschichts=Jnnhalt. | LUpoldus Graff zu Calvenstein / in Alemannien / flohe aus Forcht Conradi Secundi seiner verübten Untreu halber / mit seiner Ehegemahlin in eine Wildnus / allwo Er / Unbekant zuseyn / einen Kohlbrenner abgeben. Bey disem hatte über etlich Jahr ermelter Kayser aus der Jagt gantz ermüedet / und von den Seinigen verlassen / wie auch von der Nacht überfallen / Herberg genommen: Jn diser Nacht wird dem Graffen Lupoldo ein Sohn gebohren / und höret der Kayser alsobald eine heimliche Stimm: Kayser Conrad! dises Kind wird dein Erb / und Tochtermann seyn. Der Kayser hierüber erschrocken / und voll deß Unwillens / daß Er eines so verächtlichen Kindes Schwäher seyn solte / begibt sich mit anbrechenden Tag zu seinen Hoffleuthen / und schicket zween derenselben zu vor besagter Kohlhütten / mit Befelch / das allda Neugebohrne Kind zu tödten. Als sie nun dem Kayserlichen Befehl gemäß das Kind dem Vatter abgenommen / haben Sie sich / ungezweifflet aus sonderbahrer Eingebung GOTTES / seiner erbarmet / dessen am Leben verschonet / selbiges in ein Körblein auff offener Strassen hingelegt / das es von denen vorüber Reissenden leicht möchte gefunden werden. Bald darauff raisete Ernestus Hertzog in Alemannien vorbey / fande das Kind / und befahle solches nach seinem Hoff zubringen / in Meinung seine unfruchtbahre Gemahlin dahin zubereden / daß sie sich für dises Kinds leibliche Mutter außgebe. Der Anschlag geht nach Wunsch von statten: Die Hertzogin stellet sich / als wurde Sie Kinds=Mutter / und genesete; Man gibt Glauben / und wird der vermeinte Leibs=Erb Henricus genannt / auch nach Fürsten=Art in allerhand Adelichen / und Rittermässigen Tugenden auferzogen. | Hier nimmt die Geschichts=Vorstellung den Anfang. | Diser Henricus, als vermeinter Sohn Hertzogs Ernesti, wird im [S. 4] fünffzehenden Jahr seines Alters / auff Anhalten Conradi an Kayserl. Hoff geschickt / in Hoffnung deß Kaysers Gnaden sich mehrers würdig zumachen; Aber das Vorhaben fählet: Sintemahlen der Kayser aus reiffer Erwegung deß Alters dises Jünglings / wie auch vorberührter Hertzogin viljähriger Leibs=Unfruchtbarkeit / den Handel in Verdacht gezogen / und verarget / diser Knab müsse kein Fürstlicher Printz / sondern eben deß jenigen Kohlbrenners Sohn seyn / den Er vor Jahren in Wald zu tödten hat anbefohlen; Erhub sich also in dem Kayser über Henricum ein neues Misfallen / dermassen / daß Er sich entschlossen / Selbigen gäntzlich aus dem Weeg zuraumen; Zu welchem Ende Er den Knaben der Kayserin / so damahls zu Aach Hoff hielte / mit Brieffen zuegeschickt / dises Jnnhalts: Sie solle disen Botten ingeheim unverzüglich hinrichten lassen. Der Jüngling raiset eylends fort. Unterwegs von der Rais abgemüedet / kehret Er ein bey einem Bekanten Priester (Dechanten zu Speyer) da Er sich vor Mattigkeit auf die nechste Banck hingeleget / und eingeschlaffen. Unter wehrenden Schlaff sihet der Priester aus der Rais=Taschen seines ruhenden Gastes etwas von Brieffen hervorblicken: Zucket in der still ein Schreiben heraus / erbricht Selbiges / und findet / das es ein Mord=Befehl / und dises Jüngling Todts=Urtheyl in sich hielte: erbarmt sich des guten Menschen / kratzet (aus sonderbahrer Einsprechung und Vorsehung Gottes) in deß Kaysers Schreiben den Befehl des Tods aus / artet mit seiner Schrift die Kays. Hand so künstlich nach / daß Er etwas weit anders eingesetzt / also lautend: So bald Euer Liebden dieser Jüngling vorkommt / lasset Jhm ohne verzug unsere Tochter vermählen so lieb und werth Euch der Kayser / und Euer eignes Leben ist. der Dechant schiebet so gestellten Brieff Henrico wider in die Taschen / und last Jhn darmit fortwandern. Er kommt nacher Aach / händigt der Kayserin das Schreiben ein / die Selbes alsobald der Prinzessin / und denen Hoffherrn zulesen gibt. Alle loben den guten Anschlag; dahero noch vor Ausgang selbigen Tages / die Vermählung besche= | hen. Conradus der Vollzihung seines Gebotts sorggeflissen / überfallet unversehens die Hochzeiter / wird auch von dem neuen Braut=Volck empfangen: Worüber sich aber der Kayser dermassen entrüstet / daß Er mit seinem Drohlichen Zorn alle Freude in gröstes Leyd verkehrt; Jedoch nach dem Er den Unmuth fallen / und Jhm das Hertz von Gott / und guter Vernunfft erweichen lassen / hat Er sich Göttlicher Waltung ergeben / und in getroffene Heyrath eingewilliget. Damit Er aber Henrici Herkommens mehr versichert wäre / hat er den Hertzogen Ernestum, vermainten Vatter Henrici, wie auch die das Kind obbemelten Kohlbrenners in Wald zu tödten abgeschickte zween Hoff=Bediente zu Red gestellt / und zur wahren Aussag dises Handels beaydiget. Warauff Henricus für einem Eheleiblichen Sohn Graffen Lupoldi erkennt / und erkläret; Lupoldus auch selbst in Mainung zwar / Er werde vermuthlich sein alte Schuld mit der Haut zahlen müssen / nach Hoff beruffen; Findet aber die Sach besser bestellt / daß nemlich sein Sohn deß Kaysers Aydam worden; Worüber Allgemeine Freuden / und Glückwünsche erfolgen / und dann auch den allervorsichtigsten GOTT Lob / Ehr / vnd Danck gesprochen wird. | Joannes Stengelius S. J. De Judic. Div. t. I. c. 28. ex Godel. Viterb. Chron. p. 17. Martin. Crus. in Annal. Svev. I. 6. p. 2. Luis. Cantarin, in dievers. exemp. virt. & vit. pag. 166. & Giovan. Vilan. nel. 4.
Item type Current location Call number Status Notes Date due Barcode
Perioche Druck Wien, Österreichische Nationalbibliothek
303017-B.Adl.10 (Browse shelf) Available digital verfügbar

Vorspil im Gesang. – Die Vorrede. – Erste Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Anderte Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Dritte Abhandlung. – Erster [– Neunter] Eintritt. – Sing=Reye. – Vierte Abhandlung. – Erster [– Achter] Eintritt. – Sing=Reye. – Fünffte Abhandlung. – Erster [– Letzter (d.i. 10.)] Eintritt. – Nach=Spil.

A. Holzer 1854, S. 8 (Nr. 14) – F. Endl 1896, S. 304 – O. Biba 1973 [nicht verzeichnet] – I. Scheitler 2013, S. 959 (Nr. 1282)

Vorstellende Personen. […] [1] – Ex Arithmetica. [2] – Ex Rhetorica. [9] – Ex Poesi. [7] – Ex Syntaxi. [7] – Ex Grammatica. [11] – Ex Principiis. [15] – Ex Rudimentis. [15] – Aus der Rechen=Schul. [5] – Auß der Schreib=Schul. [13] – Aus der Leß=Schul. [17]

1692 IX 7

Geschichts=Jnnhalt. | LUpoldus Graff zu Calvenstein / in Alemannien / flohe aus Forcht Conradi Secundi seiner verübten Untreu halber / mit seiner Ehegemahlin in eine Wildnus / allwo Er / Unbekant zuseyn / einen Kohlbrenner abgeben. Bey disem hatte über etlich Jahr ermelter Kayser aus der Jagt gantz ermüedet / und von den Seinigen verlassen / wie auch von der Nacht überfallen / Herberg genommen: Jn diser Nacht wird dem Graffen Lupoldo ein Sohn gebohren / und höret der Kayser alsobald eine heimliche Stimm: Kayser Conrad! dises Kind wird dein Erb / und Tochtermann seyn. Der Kayser hierüber erschrocken / und voll deß Unwillens / daß Er eines so verächtlichen Kindes Schwäher seyn solte / begibt sich mit anbrechenden Tag zu seinen Hoffleuthen / und schicket zween derenselben zu vor besagter Kohlhütten / mit Befelch / das allda Neugebohrne Kind zu tödten. Als sie nun dem Kayserlichen Befehl gemäß das Kind dem Vatter abgenommen / haben Sie sich / ungezweifflet aus sonderbahrer Eingebung GOTTES / seiner erbarmet / dessen am Leben verschonet / selbiges in ein Körblein auff offener Strassen hingelegt / das es von denen vorüber Reissenden leicht möchte gefunden werden. Bald darauff raisete Ernestus Hertzog in Alemannien vorbey / fande das Kind / und befahle solches nach seinem Hoff zubringen / in Meinung seine unfruchtbahre Gemahlin dahin zubereden / daß sie sich für dises Kinds leibliche Mutter außgebe. Der Anschlag geht nach Wunsch von statten: Die Hertzogin stellet sich / als wurde Sie Kinds=Mutter / und genesete; Man gibt Glauben / und wird der vermeinte Leibs=Erb Henricus genannt / auch nach Fürsten=Art in allerhand Adelichen / und Rittermässigen Tugenden auferzogen. | Hier nimmt die Geschichts=Vorstellung den Anfang. | Diser Henricus, als vermeinter Sohn Hertzogs Ernesti, wird im [S. 4] fünffzehenden Jahr seines Alters / auff Anhalten Conradi an Kayserl. Hoff geschickt / in Hoffnung deß Kaysers Gnaden sich mehrers würdig zumachen; Aber das Vorhaben fählet: Sintemahlen der Kayser aus reiffer Erwegung deß Alters dises Jünglings / wie auch vorberührter Hertzogin viljähriger Leibs=Unfruchtbarkeit / den Handel in Verdacht gezogen / und verarget / diser Knab müsse kein Fürstlicher Printz / sondern eben deß jenigen Kohlbrenners Sohn seyn / den Er vor Jahren in Wald zu tödten hat anbefohlen; Erhub sich also in dem Kayser über Henricum ein neues Misfallen / dermassen / daß Er sich entschlossen / Selbigen gäntzlich aus dem Weeg zuraumen; Zu welchem Ende Er den Knaben der Kayserin / so damahls zu Aach Hoff hielte / mit Brieffen zuegeschickt / dises Jnnhalts: Sie solle disen Botten ingeheim unverzüglich hinrichten lassen. Der Jüngling raiset eylends fort. Unterwegs von der Rais abgemüedet / kehret Er ein bey einem Bekanten Priester (Dechanten zu Speyer) da Er sich vor Mattigkeit auf die nechste Banck hingeleget / und eingeschlaffen. Unter wehrenden Schlaff sihet der Priester aus der Rais=Taschen seines ruhenden Gastes etwas von Brieffen hervorblicken: Zucket in der still ein Schreiben heraus / erbricht Selbiges / und findet / das es ein Mord=Befehl / und dises Jüngling Todts=Urtheyl in sich hielte: erbarmt sich des guten Menschen / kratzet (aus sonderbahrer Einsprechung und Vorsehung Gottes) in deß Kaysers Schreiben den Befehl des Tods aus / artet mit seiner Schrift die Kays. Hand so künstlich nach / daß Er etwas weit anders eingesetzt / also lautend: So bald Euer Liebden dieser Jüngling vorkommt / lasset Jhm ohne verzug unsere Tochter vermählen so lieb und werth Euch der Kayser / und Euer eignes Leben ist. der Dechant schiebet so gestellten Brieff Henrico wider in die Taschen / und last Jhn darmit fortwandern. Er kommt nacher Aach / händigt der Kayserin das Schreiben ein / die Selbes alsobald der Prinzessin / und denen Hoffherrn zulesen gibt. Alle loben den guten Anschlag; dahero noch vor Ausgang selbigen Tages / die Vermählung besche= | hen. Conradus der Vollzihung seines Gebotts sorggeflissen / überfallet unversehens die Hochzeiter / wird auch von dem neuen Braut=Volck empfangen: Worüber sich aber der Kayser dermassen entrüstet / daß Er mit seinem Drohlichen Zorn alle Freude in gröstes Leyd verkehrt; Jedoch nach dem Er den Unmuth fallen / und Jhm das Hertz von Gott / und guter Vernunfft erweichen lassen / hat Er sich Göttlicher Waltung ergeben / und in getroffene Heyrath eingewilliget. Damit Er aber Henrici Herkommens mehr versichert wäre / hat er den Hertzogen Ernestum, vermainten Vatter Henrici, wie auch die das Kind obbemelten Kohlbrenners in Wald zu tödten abgeschickte zween Hoff=Bediente zu Red gestellt / und zur wahren Aussag dises Handels beaydiget. Warauff Henricus für einem Eheleiblichen Sohn Graffen Lupoldi erkennt / und erkläret; Lupoldus auch selbst in Mainung zwar / Er werde vermuthlich sein alte Schuld mit der Haut zahlen müssen / nach Hoff beruffen; Findet aber die Sach besser bestellt / daß nemlich sein Sohn deß Kaysers Aydam worden; Worüber Allgemeine Freuden / und Glückwünsche erfolgen / und dann auch den allervorsichtigsten GOTT Lob / Ehr / vnd Danck gesprochen wird. | Joannes Stengelius S. J. De Judic. Div. t. I. c. 28. ex Godel. Viterb. Chron. p. 17. Martin. Crus. in Annal. Svev. I. 6. p. 2. Luis. Cantarin, in dievers. exemp. virt. & vit. pag. 166. & Giovan. Vilan. nel. 4.

Deutsche Perioche

Ordenstheater.at ist ein Projekt des Don Juan Archiv Wien.

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