Schul- und Ordenstheater der Horner Piaristen
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Der todt=vermeinte, | von Agamestor aber erhaltene, und auf den Vätterlichen | Thron erhobene | XANTHUS | Zu | Höchst=Ruhm=würdigen Ehren | Jhro Hoch=Gräflichen EXCELLENCE | Des | Hoch= und Wohlgebohrnen Herrn Herrn | PHILIPPI JOSEPHI | INNOCENTII | Des Heil. Röm. Reichs Grafen von Hoyos | Auf Gutenstein, und Hohenberg, Frey=Herrn zu Stixenstein, | Vestenhof und Rotengrub / Herrn der Stadt und Herrschaften Horn / | Bersenbeüg, Emmersdorf, Rotenhof, Wimberg, Yspern, Rosenburg | am grossen Kamp, Mold, und Rahn ec. ec. | Deren Römisch=Kaiserlich= und Königlichen Majestäten | Würklichen geheimen Raths; | Wie auch | Jhro Hoch=Gräflichen EXCELLENCE | Seiner Hoch= und Wohl=gebohrnen Frauen | Frauen Gemahlin | MARIÆ MAGDALENÆ | Gebohrner Gräfin von Hohenfeld (Titl.) | Beeden als gnädigsten Stiftern | Des Hornerischen Collegii Piarum Scholarum | Bey Jährlich=gewöhnlicher Austheilung deren Prœmien von der allda | Tugend= und Kunst=beflissenen Schul=Jugend in all=erdenklicher | Schuld=Pflicht gewidmet und vorgestellet | Den Tag des August Monats 1748. | [Linie] | Gedruckt zu Rötz / bey Christoph Joseph Hueth / Wiennerischen Universitäts=Buchdrucker.

Materialtyp: materialTypeLabelBuchDruck: Retz Christoph Josef Hueth 1748Beschreibung: 4 Bl. / 8 S. 4°.Online-Ressourcen: Digitalisat: Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Belege:
A. Holzer 1854, S. 9 (Nr. 58) – F. Endl 1896 [nicht verzeichnet] – O. Biba 1973, S. 19 (Nr. 16) – R. Meyer II/14, 2000 [nicht verzeichnet]
Personenverzeichnis:
Nahmen=Verzeichnuß deren Unterredenden. [14] – Edel=Knaben und Leib=Wacht. [14] – Jn Täntzen. [8] – Jn Sing=Reihen. [4]
Aufführungsdatum:
1748 VIII 26
Typ:
Deutsche Perioche
Inhalt: Widmung: Zueigungs=Schrift. | ALs noch die gold’ne Zeit in dieser Welt regierte, | Als noch der Tugend=Freund Saturn die Herrschaft führte; | Ward auch die wahre Ehr von allen hoch geacht, | Der Rath der Billigkeit von allen ward vollbracht. | Dieß edle Schwester=Paar erhielte Ruh und Frieden, | Die Menschen waren nicht durch Zank und Streit entschieden; | Der Tugend ward noch nicht durch Mißgunst nachgestellt, | Die Unschuld jeder Zeit behauptete das Feld. | So bald die falsche Ehr ist in die Welt gekommen, | So bald der Hochmut hat den Zepter übernommen, | Da ward die Billigkeit doch ohne Recht verbannt, | Die Tugend nirgends mehr ein sichre Rettung fand: | Dann Unschuld muste stetts mit Schanden unterliegen, | Und wer der Stärckste war, der kunte sicher siegen: | Zumal, da Mein und Dein zwey Brüder voller Streit | Nur brachten auf die Welt Verfolgung, Haß und Neid. | Ein Bruder suchte selbst den Untergang der Brüder, | Oft stieß des Sohnes Dolch den eig’nen Vatter nieder; | Die Herrschsucht brachte nur Tyrannen auf die Bahn: | Man sah die Billigkeit, die Tugend nicht mehr an. | Die Noth der Eisen=Zeit hat gleicher Weis erfahren | Der Tisamenus gleich in seinen ersten Jahren | Da ihm Autesion mit Macht die Cron entrieß, | Und durch Verrätherey aus diesem Leben stieß. | Dem jungen Xantho wär ein gleiches bald geschehen, | Der kaum das Liecht der Welt mit Augen angesehen; | Wann Agamestor nicht denselben dieser Noth | Entführet hätte, und befreyet von dem Tod. | Durch dessen Treu hat er des Vatters Thron bestiegen: | Dann endlich muß dem Recht das Unrecht unterliegen; | Der Himmel allezeit gerechte Sachen schüz’t | Und auf das Unrecht dann mit schwerer Rache bliz’t. | Hoch=Edles Grafen=Paar! auf Dich wir wollen deuten: | Dann die Gerechtigkeit muß Dich in allen leiten; | Du bist der Tugend Bild ihr allzeit zugethan, | Woran ein jeder sich mit Wahrheit spieglen kan. | Nun hoffen wir getröst, daß Du zu unsren Glücke | Auf dieses Schatten=Spiel wirfst einen Gnaden=Blicke; | Wir stellen dieß Gedicht, so gut wir können, vor: | Gönn uns Hoch=Edles Paar ein günstig=gnädig’s Ohr. | Unterthanigst=Dienst=ergebnestes Gymnasium allhier. Inhalt: Vor=Spiel. – Jm Vor=Bericht. Erster [– Neunter (Dritter und Siebender mit Aria)] Vortritt. – Folget ein Tanz. – Jn Verwirrungen. Erster [– Dreyzehender (Dritter und Eilfter mit Aria)] Vortritt. – Folget ein Tanz. – Jm Ausgang. Erster [– Letzter (9.) (Anderter mit Aria)] Vortritt.
Item type Current location Call number Status Notes Date due Barcode
Perioche Druck Krems, ehem. Piaristengymnasium
Miscellanea IV/2/12-3 (Browse shelf) Available nach Auktion unbekannt
Perioche Druck Wien, Österreichische Nationalbibliothek
303071-C (Browse shelf) Available digital verfügbar

A. Holzer 1854, S. 9 (Nr. 58) – F. Endl 1896 [nicht verzeichnet] – O. Biba 1973, S. 19 (Nr. 16) – R. Meyer II/14, 2000 [nicht verzeichnet]

Nahmen=Verzeichnuß deren Unterredenden. [14] – Edel=Knaben und Leib=Wacht. [14] – Jn Täntzen. [8] – Jn Sing=Reihen. [4]

1748 VIII 26

Widmung: Zueigungs=Schrift. | ALs noch die gold’ne Zeit in dieser Welt regierte, | Als noch der Tugend=Freund Saturn die Herrschaft führte; | Ward auch die wahre Ehr von allen hoch geacht, | Der Rath der Billigkeit von allen ward vollbracht. | Dieß edle Schwester=Paar erhielte Ruh und Frieden, | Die Menschen waren nicht durch Zank und Streit entschieden; | Der Tugend ward noch nicht durch Mißgunst nachgestellt, | Die Unschuld jeder Zeit behauptete das Feld. | So bald die falsche Ehr ist in die Welt gekommen, | So bald der Hochmut hat den Zepter übernommen, | Da ward die Billigkeit doch ohne Recht verbannt, | Die Tugend nirgends mehr ein sichre Rettung fand: | Dann Unschuld muste stetts mit Schanden unterliegen, | Und wer der Stärckste war, der kunte sicher siegen: | Zumal, da Mein und Dein zwey Brüder voller Streit | Nur brachten auf die Welt Verfolgung, Haß und Neid. | Ein Bruder suchte selbst den Untergang der Brüder, | Oft stieß des Sohnes Dolch den eig’nen Vatter nieder; | Die Herrschsucht brachte nur Tyrannen auf die Bahn: | Man sah die Billigkeit, die Tugend nicht mehr an. | Die Noth der Eisen=Zeit hat gleicher Weis erfahren | Der Tisamenus gleich in seinen ersten Jahren | Da ihm Autesion mit Macht die Cron entrieß, | Und durch Verrätherey aus diesem Leben stieß. | Dem jungen Xantho wär ein gleiches bald geschehen, | Der kaum das Liecht der Welt mit Augen angesehen; | Wann Agamestor nicht denselben dieser Noth | Entführet hätte, und befreyet von dem Tod. | Durch dessen Treu hat er des Vatters Thron bestiegen: | Dann endlich muß dem Recht das Unrecht unterliegen; | Der Himmel allezeit gerechte Sachen schüz’t | Und auf das Unrecht dann mit schwerer Rache bliz’t. | Hoch=Edles Grafen=Paar! auf Dich wir wollen deuten: | Dann die Gerechtigkeit muß Dich in allen leiten; | Du bist der Tugend Bild ihr allzeit zugethan, | Woran ein jeder sich mit Wahrheit spieglen kan. | Nun hoffen wir getröst, daß Du zu unsren Glücke | Auf dieses Schatten=Spiel wirfst einen Gnaden=Blicke; | Wir stellen dieß Gedicht, so gut wir können, vor: | Gönn uns Hoch=Edles Paar ein günstig=gnädig’s Ohr. | Unterthanigst=Dienst=ergebnestes Gymnasium allhier.

Vor=Spiel. – Jm Vor=Bericht. Erster [– Neunter (Dritter und Siebender mit Aria)] Vortritt. – Folget ein Tanz. – Jn Verwirrungen. Erster [– Dreyzehender (Dritter und Eilfter mit Aria)] Vortritt. – Folget ein Tanz. – Jm Ausgang. Erster [– Letzter (9.) (Anderter mit Aria)] Vortritt.

Deutsche Perioche

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