Schul- und Ordenstheater der Horner Piaristen
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Untreu trift ihren eigenen Herrn | Ehemalen in | GLAPHYRA, | Nun aber | Zu Höchst=Ruhm=würdigen Ehren | Jhro Hoch=Gräflichen EXCELLENCE | Des | Hoch= und Wohlgebohrnen Herrn Herrn | PHILIPPI JOSEPHI | INNOCENTII | Des Heil. Röm. Reichs Grafen von Hoyos | Auf Gutenstein, und Hohenberg, Freyherrn zu Stixenstein, | Vestenhof und Rotengrub / Herrn der Stadt und Herrschaften Horn / | Bersenbeüg, Emmersdorf, Rotenhof, Wimberg, Yspern, Rosenburg | am grossen Kamp, Mold, und Rahn ec. ec. | Deren Römisch=Kayserlich= und Königlichen Majestäten | Würklichen geheimen Raths; | Wie auch | Jhro Hoch=Gräflichen EXCELLENCE | Seiner Hoch= und Wohl=gebohrnen Frauen | Frauen Gemahlin | MARIÆ MAGDALENÆ | Gebohrner Grafin von Hohenfeld (Titl) | Beeden als gnädigsten Stiftern | Des Hornerischen Collegii Scholarum Piarum | Bey Jährlich=gewöhnlicher Austheilung deren Prœmien von der allda | Tugend= und Kunst=beflissenen Schul=Jugend in all=erdenklicher | Schuld=Pflicht gewidmet und vorgestellet | Jm Tag des Monats 1749. | [Linie] | Rötz / gedruckt bey Christoph Joseph Hueth.

Materialtyp: materialTypeLabelBuchDruck: Retz Christoph Josef Hueth 1749Beschreibung: 4 Bl. / 8 S. 4°.Online-Ressourcen: Digitalisat: Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Struktur:
Erste=Vorstellung. Der Ehr=Geitz leget für die Unschuld verdekte Fall=Stricke. – Jm Vorbericht. Erster [– Vierter (mit Aria)] Vortritt. – I. Zwischen=Spiel. – Fünfter [– Neunter] Vortritt. – II. Zwischen=Spiel. – Andere Vorstellung. Die vom Ehr=Geitz bestrikte Unschuld. – Jn Verwirrungen. Erster [– Sechster (Fünfter mit Aria)] Vortritt. – III. Zwischen=Spiel. – Siebender [– Dreyzehender (Zehender mit Aria)] Vortritt. – IV. Zwischen=Spiel. – Dritte Vorstellung. Die Treue hilft der Unschuld zur vorigen Freyheit. – Jm Ausgang. Erster [– Dritter] Vortritt. – V. Zwischen=Spill. – Vierter [– Fünfter (Vierter mit Aria)] Vortritt. – VI. Zwischen=Spiel. – Sechster [– Lezter (9.)] Vortritt.
Belege:
A. Holzer 1854, S. 9 (Nr. 59) – F. Endl 1896 [nicht verzeichnet] – O. Biba 1973, S. 19 (Nr. 17) –R. Meyer II/14, 2000 [nicht verzeichnet]
Personenverzeichnis:
Nahmen=Verzeichnuß deren Unterredenden. [9] – Jn Zwischen=Spielen. [5] – Edel=Knaben / und Leib=Wacht. [10] – Jn Sing=Reihen. [2]
Aufführungsdatum:
1749 VI 18
Typ:
Deutsche Perioche
Inhalt: Widmung: Zueigungs=Schrift. | DJe Ehre bleibet schon der Abgott dieser Erde; | Es ist auch wohl gethan / daß Sie geliebet werde. | Ein jeder suchet Sie / macht / was er machen kan: | Doch viele suchen Sie auf einer falschen Bahn. | Ein Geitziger / wann ihm viel Gold ist zugeflossen; | Ein Zänker / wann er oft unnöthig Blut vergossen; | Ein Lügner wann Betrug in seinen Worten stekt; | Ein Frey=Geist wann das Hertz mit Lastern ist beflekt. | Ein Läster=Maul / wann es die Unschuld schänd’t / und schmähet; | Ein Heüchler=Zung / wann Sie die Einfalt hintergehet. | Doch diesfalls jeder fehlt / sie seynd des Jrrlichts voll; | Sie suchen zwar die Ehr / doch keiner / wie er soll. | Der Ehr=Geitz aber ist aufs aergste da gekommen; | Er hat an Höfen meist so grausam zugenommen / | Daß er die Ehre sucht durch Brand / und Kriegs=Geschrey / | Er schwinget sich hinauf durch Mord / und Tyranney. | Es gilt ihm alles gleich: den Vorsatz zuerreichen | Jst er so kühn / und toll / er schauet tausend Leichen / | Er schauet Fleisch / und Blut als was Geringes an / | Er wagt / was immer nur die Boßheit wagen kan. | Jedoch / indem er sucht sich also zu erhöhen / | So muß er auf die lezt mit Schaden unten stehen. | Glaphyra giebet uns ein klare Prob davon; | Jhr übriget zu lezt nichts mehr / als Spott / und Hohn. | Wer wahren Ruhm begehrt / der muß ihn anders suchen; | Er muß den kleinsten Schein vom Bösen auch verfluchen. | So wer die Tugend liebt / der suchet recht die Ehr: | Da blühet wahrer Ruhm / da grünt er mehr / und mehr. | Hoch=Edles Grafen=Paar! an Euch kan man es sehen: | Weil Jhr, was recht ist / liebt / wird Euer Ruhm bestehen / | So lang die Erde steht. Weil Euer Adel=Kleid | Mit Tugenden gestikt / als Klugheit / Höflichkeit / | Als Milde / GOttes=Forcht / und was den Adel zieret / | Dieß alles man an Euch vollkommentlich verspüret. | Nun bitten wir zum Schluß; verleyhet uns die Ehr / | Und Gönnet unsrem Spiel ein gnädiges Gehör. | Unterthänigst=Dienst=ergebnestes Gymnasium allhier.Inhalt: Grund=Bericht. | ALexander, ein Sohn Herodis des Grossen ware verehliget mit Glaphyra einer Tochter des Archelai Königs in Cappadocien / zeigte auch mit dieser einen Prinzen gleiches Namens. Jnzwischen wurde Alexander samt seinen Bruder Aristobulo bey dem Herodes angegeben / und durch einen aufgefangenen Brief auch überzeuget / wie daß Sie Jhme das Reich samt dem Leben zu entreissen beschlossen hätten: Liesse dannenhero Beede zu Sebaste mit dem Strang hinrichten; Glaphyra aber wurde mit dem jungen Alexander ihrem Vatter Archelao heimgestellet. Nach einiger Zeit ist sie vermählet worden mit dem verwittibten Juba König in Lybien. Dahier verfiele Glaphyra aus Ehr=sichtiger Liebe gegen ihren Sohn Alexander auf Gedancken ihn auf den Königlichen Thron zu bringen. Weilen aber ihrem Vorhaben Thyestes ein aus der ersten Ehe gezeigter Sohn und rechtmässiger Erbe im Weege stunde / gebrauchte sie sich verschiedener Kunst=Griffen / und Verleümdungen / als ob er Thyestes dem Vatter nach dem Leben strebete / hat auch dadurch den König in einen so heftigen Argwohn gebracht / daß er ihm deshalben das Leben zu nehmen beschlossen habe. Bald aber nach dargethaner seiner Unschuld durch Beyhilf der Dorinda seiner Schwester ihn zum Mitgenossen des Vätterlichen Throns erkläret; Glaphyra hingegen ist verstossen / und in das Elend verschicket worden. Ita fere Zonaras Annalium Tom. I. | Pers Vz.: Vorstellende Personen. [...]
Item type Current location Call number Status Notes Date due Barcode
Perioche Druck Krems, ehem. Piaristengymnasium
Miscellanea IV/2/12-3 (Browse shelf) Available nach Auktion unbekannt
Perioche Druck Wien, Österreichische Nationalbibliothek
303072-C (Browse shelf) Available digital verfügbar

Erste=Vorstellung. Der Ehr=Geitz leget für die Unschuld verdekte Fall=Stricke. – Jm Vorbericht. Erster [– Vierter (mit Aria)] Vortritt. – I. Zwischen=Spiel. – Fünfter [– Neunter] Vortritt. – II. Zwischen=Spiel. – Andere Vorstellung. Die vom Ehr=Geitz bestrikte Unschuld. – Jn Verwirrungen. Erster [– Sechster (Fünfter mit Aria)] Vortritt. – III. Zwischen=Spiel. – Siebender [– Dreyzehender (Zehender mit Aria)] Vortritt. – IV. Zwischen=Spiel. – Dritte Vorstellung. Die Treue hilft der Unschuld zur vorigen Freyheit. – Jm Ausgang. Erster [– Dritter] Vortritt. – V. Zwischen=Spill. – Vierter [– Fünfter (Vierter mit Aria)] Vortritt. – VI. Zwischen=Spiel. – Sechster [– Lezter (9.)] Vortritt.

A. Holzer 1854, S. 9 (Nr. 59) – F. Endl 1896 [nicht verzeichnet] – O. Biba 1973, S. 19 (Nr. 17) –R. Meyer II/14, 2000 [nicht verzeichnet]

Nahmen=Verzeichnuß deren Unterredenden. [9] – Jn Zwischen=Spielen. [5] – Edel=Knaben / und Leib=Wacht. [10] – Jn Sing=Reihen. [2]

1749 VI 18

Widmung: Zueigungs=Schrift. | DJe Ehre bleibet schon der Abgott dieser Erde; | Es ist auch wohl gethan / daß Sie geliebet werde. | Ein jeder suchet Sie / macht / was er machen kan: | Doch viele suchen Sie auf einer falschen Bahn. | Ein Geitziger / wann ihm viel Gold ist zugeflossen; | Ein Zänker / wann er oft unnöthig Blut vergossen; | Ein Lügner wann Betrug in seinen Worten stekt; | Ein Frey=Geist wann das Hertz mit Lastern ist beflekt. | Ein Läster=Maul / wann es die Unschuld schänd’t / und schmähet; | Ein Heüchler=Zung / wann Sie die Einfalt hintergehet. | Doch diesfalls jeder fehlt / sie seynd des Jrrlichts voll; | Sie suchen zwar die Ehr / doch keiner / wie er soll. | Der Ehr=Geitz aber ist aufs aergste da gekommen; | Er hat an Höfen meist so grausam zugenommen / | Daß er die Ehre sucht durch Brand / und Kriegs=Geschrey / | Er schwinget sich hinauf durch Mord / und Tyranney. | Es gilt ihm alles gleich: den Vorsatz zuerreichen | Jst er so kühn / und toll / er schauet tausend Leichen / | Er schauet Fleisch / und Blut als was Geringes an / | Er wagt / was immer nur die Boßheit wagen kan. | Jedoch / indem er sucht sich also zu erhöhen / | So muß er auf die lezt mit Schaden unten stehen. | Glaphyra giebet uns ein klare Prob davon; | Jhr übriget zu lezt nichts mehr / als Spott / und Hohn. | Wer wahren Ruhm begehrt / der muß ihn anders suchen; | Er muß den kleinsten Schein vom Bösen auch verfluchen. | So wer die Tugend liebt / der suchet recht die Ehr: | Da blühet wahrer Ruhm / da grünt er mehr / und mehr. | Hoch=Edles Grafen=Paar! an Euch kan man es sehen: | Weil Jhr, was recht ist / liebt / wird Euer Ruhm bestehen / | So lang die Erde steht. Weil Euer Adel=Kleid | Mit Tugenden gestikt / als Klugheit / Höflichkeit / | Als Milde / GOttes=Forcht / und was den Adel zieret / | Dieß alles man an Euch vollkommentlich verspüret. | Nun bitten wir zum Schluß; verleyhet uns die Ehr / | Und Gönnet unsrem Spiel ein gnädiges Gehör. | Unterthänigst=Dienst=ergebnestes Gymnasium allhier.

Grund=Bericht. | ALexander, ein Sohn Herodis des Grossen ware verehliget mit Glaphyra einer Tochter des Archelai Königs in Cappadocien / zeigte auch mit dieser einen Prinzen gleiches Namens. Jnzwischen wurde Alexander samt seinen Bruder Aristobulo bey dem Herodes angegeben / und durch einen aufgefangenen Brief auch überzeuget / wie daß Sie Jhme das Reich samt dem Leben zu entreissen beschlossen hätten: Liesse dannenhero Beede zu Sebaste mit dem Strang hinrichten; Glaphyra aber wurde mit dem jungen Alexander ihrem Vatter Archelao heimgestellet. Nach einiger Zeit ist sie vermählet worden mit dem verwittibten Juba König in Lybien. Dahier verfiele Glaphyra aus Ehr=sichtiger Liebe gegen ihren Sohn Alexander auf Gedancken ihn auf den Königlichen Thron zu bringen. Weilen aber ihrem Vorhaben Thyestes ein aus der ersten Ehe gezeigter Sohn und rechtmässiger Erbe im Weege stunde / gebrauchte sie sich verschiedener Kunst=Griffen / und Verleümdungen / als ob er Thyestes dem Vatter nach dem Leben strebete / hat auch dadurch den König in einen so heftigen Argwohn gebracht / daß er ihm deshalben das Leben zu nehmen beschlossen habe. Bald aber nach dargethaner seiner Unschuld durch Beyhilf der Dorinda seiner Schwester ihn zum Mitgenossen des Vätterlichen Throns erkläret; Glaphyra hingegen ist verstossen / und in das Elend verschicket worden. Ita fere Zonaras Annalium Tom. I. | Pers Vz.: Vorstellende Personen. [...]

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